Archiv für Natur
Perspektiven des Tourismus in der Müritzregion
Die touristische Zunkunft einer Natur- und Kulturlandschaft
Innerhalb der Diskussionsreihe Politik im Dialog luden Rudolf Borchert (Landtagsabgeordneter Mecklenburg-Vorpommern) und die Friedrich-Ebert-Stiftung zum Tourismusforum in Waren (Müritz). Unter der Überschrift „Wachstum ohne Ende?“ wurden mit Touristikern, Politikern und unterschiedlichsten Interessenvertretern die Perspektiven des Tourismus in der Müritzregion und der Mecklenburgischen Seenplatte diskutiert.
Eingangs wurde als These die Vision des Tourismus im Jahr 2030 im Land der 1000 Seen von Rudolf Borchert (SPD) vorgestellt: „Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig. Die Müritzregion hat gegenüber den traditionellen Urlaubsregionen Ostseeküste und Bayern gewaltig aufgeholt und ist für Naturliebhaber die Nr. 1 geworden. Die Hamburger und Berliner genießen ihren ‚Garten der Metropolen’. Der Anteil der ausländischen Touristen beträgt über 10%. Sie kommen zu uns, um die einzigartige Natur und Kulturlandschaft mitten im Herzen Europas kennenzulernen. Aufgrund des Klimawandels sind die Sommer durchschnittlich 2°C wärmer als 1930. Die Müritzregion ist die erste CO2-neutrale Tourismusregion Deutschlands. Auf der Müritz fahren nur noch Wasserstoff-, Elektro- und Solarbetriebene Boote. Die Konzentration auf einen Qualitätstourismus hat zu steigenden Löhnen und damit zu einem sozial gesicherten und auskömmlichen Leben der in der Branche Beschäftigten geführt.“
Christoph Kaufmann, Dezernent für Raumplanung, legte die touristische Ausgangslage mit den wesentlichen Fakten, Problemen, Chancen und Herausforderungen dar. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde vor allem deutlich:
- der Tourismus in der Müritzregion kann auf eine 20-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken
- Qualität muß künftig noch wesentlich mehr vor Quantität weiterentwickelt werden
- Ziel könnte es sein, DIE Wasserdestination Deutschlands zu werden; insbesondere die Kulturlandschaft um die vielen Seen bietet Abwechslung und Vielfalt, die ihresgleichen sucht
Für eine positive Weiterentwicklung der Tourismusbranche in der Mecklenburger Seenplatte ist eine klare Ausrichtung des Marketings an den Stärken der Region notwendig. Hierfür müssen künftig Marke und Zielgruppen noch besser bearbeitet, vertikale/horizontale Tourismuspolitik besser vernetzt und die wichtigen Rahmenbedingungen (beispielsweise Klimawandel, Demographie, etc.) noch intensiver eingearbeitet werden. Dann stehen die Chancen gut, daß sich die Müritzregion in eine beliebte touristische Natur- und Wasserregion entwickelt, in der vor allem Wassersport, Radfahren, Wandern, Reiten und Camping eine wichtige Rolle in Verbindung mit dem Wasserreichtum der Landschaft spielen. Das Thema Kulturlandschaft könnte bezüglich der vielen Schlösser und Gutshäuser künftig auch noch bedeutender werden.
Seltene Tiere im Nationalpark: Biber
Einmalige Biberaufnahmen gelungen – Biber seit 1996 wieder im Nationalpark heimisch
Wie das Nationalparkamt Müritz mitteilte, sind der Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz e.V. vor kurzem besondere Aufnahmen von Bibern im Müritz-Nationalpark gelungen. Eigentlich sollte dem Biologen Frank Michler ein Waschbär-Paar vor die Wildkamera kommen. Der Zufall wollte es aber, dass eine nächtliche Biberpaarung gefilmt werden konnte. Die besonderen Filmaufnahmen sind unter www.projekt-waschbaer.de/aktuelles/ für jedermann einsehbar. Seit 1996 ist der Biber wieder im Müritz-Nationalpark heimisch. Im Serrahner Teilgebiet leben aktuell zwei Familien mit ca. 8 Tieren. Im Frühjahr 2010 wurden erstmals Biberspuren im Teilgebiet Müritz gesichtet.
Biber leben in festen Partnerschaften. Die Paarung erfolgt zwischen Januar und März und findet meist in flachen Gewässern statt. Im Mai kommen dann zwei bis vier junge Biber zur Welt, die sich in den ersten Wochen in der Nähe des Baus aufhalten. Biber sind mit ihren „Bauwerken“ wahre Landschaftsgestalter. Sie können zum Beispiel Bäche zu kleinen Seen anstauen. Haben sich erst einmal Biber angesiedelt, sind ihre Spuren unverkennbar. Die spitz abgenagten Baumstümpfe sind ein untrügliches Zeichen für die Anwesenheit der Tiere.
Weniger ist mehr: Wacholder muß für seltene Pflanzen weichen
Arbeitseinsatz Wacholderheide Müritzhof
Wie das Nationalparkamt Müritz in einer Pressemitteilung berichtet, finden im Februar 2011 erneut Pflegearbeiten in der Wacholderheide am Ostufer der Müritz statt. Ehrenamtliche Naturschützer vom Förderverein Müritz – Nationalpark e. V., NABU und anderen Naturschutzverbänden sowie Mitarbeiter des Nationalparkamtes Müritz werden tatkräftig zupacken. Um das Verkehrsaufkommen so gering wie möglich zu halten, wird darum gebeten bei der Anreise möglichst Fahrgemeinschaften zu bilden. An entsprechende Arbeitsbekleidung und unbedingt auch an feste Handschuhe sollten die Teilnehmer denken.
Neben der eigentlichen Arbeit gibt es wieder ausreichend Gelegenheit für persönliche Gespräche rund um die aktuellen Entwicklungen im Schutzgebiet und einen interessanten Erfahrungsaustausch. Ein gemütliches Mittagessen rundet den Arbeitseinsatz ab. Wer bei der Aktion tatkräftig mit anpacken möchte, kann seine Teilnahme bis zum 31. Januar 2011 bei Herrn Korzetz (039824/ 252 24, a.korzetz@npa-mueritz.mvnet.de) anmelden.
Durch Auslichtung des dicht stehenden Wacholders werden die ökologischen Bedingungen für spezielle Arten, wie z.B. den Baltischer Enzian, verbessert. Diese Maßnahme unterstützt das Lebenshilfswerk e.V. bei der Landschaftspflege und ist ein Beitrag zum Erhalt des Landschaftsbildes und zur Förderung einer strukturreichen Weidelandschaft in der Pflegezone des Müritz-Nationalparks. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz



